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Schmerzhafte Trennung  Fortsetzung Nr. 2
der erste Schritt zum Guten

Ich schreibe bis heute zu jeder Gelegenheit an meine Enkelkinder Briefe oder Karten , wie bei unserem letzten Treffen ("begleiteter Umgang") von mir versprochen.

Anfangs schrieb ich monatlich Briefe, in denen ich ihnen noch mitteilte, was in unserem Garten passiert oder dass uns eine Katze zugelaufen ist ...
Als ich aber keine Rückmeldung bekam, ob die Post auch die Kinder erreicht, schickte ich Karten mit Versen, die ich natürlich so aussuchte, dass sie auch zu dem jeweiligen Charakter meiner beiden Enkelkinder passten.

Geschenke zu Weihnachten, Ostern oder Geburtstag verschicke ich immer mit dem "Hermes" Paketversand, da kann ich im Internet verfolgen, ob und wann sie entgegen genommen werden. Allerdings kann ich leider nicht ersehen, wer diese Sachen in Empfang nimmt.
Ich überlege mir sehr lange vor den Festtagen, was ich den Kindern schicken kann, backe Kekse oder mache selbst Rumkugeln, natürlich nicht mit Schnaps, sondern nur mit Rum- Aroma. Diese Sachen mochten sie früher sehr gern.

Ich habe auch schon in die Post frankierte Umschläge gelegt, mit der Bitte, mir wenigstens ein Lebenszeichen zu geben oder mir Rückmeldung zu geben, über welche Geschenke sich die beiden Mädchen freuen würden.Leider blieb alles ohne Erfolg.

Auch in diesem Jahr überlegte ich schon im Sommer, was ich meinen beiden Enkeltöchtern zu Weihnachten schicken könnte. Mir kam die Idee Weihnachtskalender selbst zu basteln, zu befüllen und ihnen dann zu schicken. (Ein Beispiel finden Sie unter www.btd-hamburg.de/margrit, Menü: Kinderartikel).

Gesagt, getan. Ich befüllte den Kalender mit Süssigkeiten und kleinen Geschenken und verschickte diesen - nebst einem selbstgebastelten Nikolausstiefel aus Stoff, gefüllt mit selbstgebackenen Keksen und Rumkugeln - am 3. Dezember 2011.

Am Nikolaustag hatte ich einen Brief meiner großen Enkelin im Briefkasten.

Ich brauchte sehr lange, um diesen Brief zu öffnen, da ich Angst hatte, sie schreibt mir, ich solle ihr nichts mehr schicken.

Als ich den Brief las, konnte ich nicht aufhören zu weinen. Sie schreibt, dass sie wieder den Kontakt zu mir aufnehmen möchte, erst einmal über Briefkontakt. Sie bedankt sich ganz lieb für die Geschenke und vermisst unsere gemeinsamen Stunden und Aktivitäten. Es war das schönste Weihnachtsgeschenk, das meine große Enkeltochter mir machen konnte.

Mein Antwortbrief mit einem Foto von mir - sie hatte mich darum gebeten - ging zwei Tage später an meine Enkeltochter. Nun schwelge ich in der Hoffnung, dass wir uns eines Tages wieder in die Arme schließen werden und dass auch meine Tochter und die kleine Enkeltochter wieder den Kontakt zu mir aufnehmen werden.

Weihnachten 2011