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Das Jugendamt oder Ende gut, alles gut  (Die Fortsetzung von Brief Nr. 3)

Wir haben unsere Enkelkinder 2 1/2 Jahre nicht gesehen. Wir vermuten, dass unsere Schwiegertochter psychisch labil ist und deshalb den Kindern den Kontakt zu uns verboten hat. Trotzdem haben wir den Kontakt zu unseren Enkelkindern gehalten, indem wir Päckchen und Briefe zu ihnen schickten, die auch bei den Kindern ankamen. Die Enkel bedankten sich telefonisch bei uns.

In diesem Jahr, am Pfingstsamstag rief uns unser Sohn an. Es war etwas furchtbares passiert. Er hatte den Druck zu Hause nicht mehr ausgehalten und ist am Mittwoch davor zum zuständigen Jugendamt gegangen. Er bat diese um Hilfe, da seine Frau (die Mutter meiner Enkelkinder) ständig bis 11:00 Uhr am Vormittag im Bett lag. Alle Arbeiten blieben auf seinen Schultern hängen: beide Kinder versorgen, einkaufen, kochen, arbeiten gehen usw. Leider erwähnte er beim Gespräch im Jugenmdamt, dass er und seine Frau gelegentlich kiffen. Er bagattellisierte jedoch diese Sache.

Am Freitag vor dem Pfingstfest, ging die Jugendamtmitarbeiterin in die Schulen unserer Enkelkinder und nahm beide Kinder in Obhut ohne vorher die Eltern vorzuwarnen. Unser Sohn und seine Frau wurden gebeten Sachen der Kinder zusammen zu packen. Sie bekamen aber keine Auskunft, wo die Kinder sich befanden. Wir fuhren nach dem Anruf unseres Sohnes sofort zu ihm und seiner Frau und es kam zu einem konstruktiven Gespräch.

Bis nach den Pfingstagen wußte keiner von uns, wo sich die beiden Jungen aufhielten.
Am Dienstag fand ein Gespräch im Jugendamt statt, an dem wir (mein Mann und ich) und die Eltern der Kinder anwesend waren. Man gab uns endlich die Auskunft, wo die beiden Jungen sich aufhielten. In meinen Augen reagierte das Jugendamt völlig falsch. Es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die beiden Kinder.

Unser Sohn ging sofort zur Drogenberatung und ließ einen Drogentest vornehmen, das Ergebnis war negativ.

Den Eltern der Kinder wurde dann endlich gestattet, die Kinder täglich von der Schule abzuholen und sie mit dem Bus der HVV in die Unterkunft vom Jugendamt zu bringen. Am Wochenende durften die beiden Kinder die Unterkunft verlassen und sich mit den Eltern treffen. Die Nächte mussten sie aber wieder in der Unterkunft verbringen.

Nach ca. 3 Wochen kam es endlich zu einer gerichtlichen Anhörung, nachdem sich unser Sohn sofort an einen Anwalt gewendet hat. Endlich wurde mit sofortiger Wirkung die Inobhutnahme aufgehoben und unsere beiden Enkelkinder durften wieder zu den Eltern nach Hause.

Unsere Schwiegertochter macht z.Z. eine Therapie. Unser Sohn kann wieder regelmäßig seiner Arbeit nachgehen.

Das Verhältnis zwischen uns Erwachsenen ist sehr entspannt, nur die beiden Jungen haben immer noch Verlustängste. Sie werden in den Herbstferien für eine Woche zu uns kommen. Wir freuen uns sehr auf sie.

September 2013
Die Verfasserin ist uns bekannt.