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Oma ist die beste
Starke Kinder durch liebevolle Großmütter

Mit Großmüttern aufwachsende Kinder haben eindeutig bessere Entwicklungschancen, wie Untersuchungen in unterschiedlichsten Gesellschaften und Ländern der Welt zeigen. So untersuchte die Ahnenforscherin Ruth Mace das Schicksal von Familien in Gambia. In den 1950er Jahren war die Kindersterblichkeit in dem afrikanischen Land so hoch, dass Nachlässigkeit bei der Pflege unweigerlich zum Tod von Säuglingen und Kleinkindern führte. Ergebnis der Bevölkerungsstudie: Wenn sich neben der Mutter auch die Großmutter um die Kinder kümmerte, verdoppelte sich die Überlebenschance der Kleinen schlagartig. Der positive Effekt geht allerdings nur von der Großmutter mütterlicherseits aus, nicht von der Oma auf der Vaterseite. Und auch nicht von den Schwiegermüttern: Sie sind von Natur aus misstrauisch, was die Treue der Schwiegertochter betrifft, und stehen den Enkeln deshalb reserviert gegenüber; beim Nachwuchs der eigenen Tochter ist eine Großmutter jedoch davon überzeugt, dass es sich um ihr eigenes Fleisch und Blut handelt, weshalb sie sich mehr für die Babys einsetzt. Auch suchen junge Mütter bei der Kinderpflege am liebsten bei der eigenen Mutter Rat.
In Indien durchgeführte Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Bei den Bengali zieht die Braut nach der Hochzeit ins Haus ihres Mannes; die Gegenwart der Schwiegermutter übt dort keinen Einfluss auf das Wohlergehen der Enkelkinder aus. Bei den Khasi wachsen die Kinder dagegen im Elternhaus der Mutter auf; werden sie von deren Mutter unter die Fittiche genommen, sind sie widerstandsfähiger: 96 Prozent dieser Kinder erreichten das sechste Lebensjahr- bei Kindern ohne Oma waren es nur 83 Prozent. Auch die Kinder selbst scheinen instinktiv zu wissen, bei wem sie in den besseren Händen sind, wie eine deutsche Untersuchung zeigt. Von 2000 Erwachsenen, die der Kasseler Psychologieprofessor Harald Euler über ihr Verhältnis zu den Großeltern während der Kindheit befragte, hatte die Hälfte der Befragten eindeutig die Mutter der eigenen Mutter mehr ins Herz geschlossen als die Schwiegermutter.
Die Wissenschaftler vermuten, dass der Erfolg der Großmütter biologische und psychologische Gründe hat. Da Omas ihre Energie nicht mehr für die eigene Fortpflanzung einsetzen können, widmen sie sich mit voller Kraft dem Wohlergehen der Jüngsten in der Familie: Sie hätscheln die Kleinen und sorgen für den notwendigen "Seelenkitt" in der Familie, indem sie Streit schlichten.