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Die Cochemer Praxis

Die Cochemer Praxis ist ein seit Anfang der 90er Jahren bestehendes Arbeitsmodell eines Arbeitskreises des Cochemer Familiengerichts in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern des Landkreises Cochem-Zell.

Inzwischen greifen immer mehr Familiengerichte auf die Idee des Cochemer Modells zurück, eine bundeseinheitliche Durchführung besteht allerdings nicht. Der Grundgedanke des Cochemer Modells ist, daß die verschiedenen Professionen in familienrechtlichen Gerichtsverfahren nicht gegeneinander arbeiten, sondern durchgehend kooperativ miteinander umgehen.
Das Kindeswohl steht hier im Vordergrund. Beteiligte dieser Verfahren sind die Eltern und deren Anwälte, Jugendämter, Mediatoren, Verfahrenspfleger und Sachverständige.

Das Cochemer Modell sieht zeitnahe Gerichtstermine vor, die innerhalb zwei Wochen nach Antragstellung stattfinden sollen. Dadurch soll bei Sorgerechts- und Umgangsstreitigkeiten die Entfremdung des Elternteils, der nicht mit dem Kind zusammenlebt, vermieden werden. Zuvor werden von den Anwälten keinerlei Schriftsätze eingereicht, alle Anträge werden direkt vor Ort gestellt. Wird bei dieser ersten Verhandlung keine Einigung erzielt, müssen die Eltern ein Gespräch bei einer Beratungsstelle wahrnehmen. Spätestens drei Monate später findet dann die nächste Verhandlung beim Familiengericht statt, in der die Eltern Stellung zur aktuellen Umgangssituation nehmen müssen. Elternteile, die bei der Lösungsfindung nicht konstruktiv mitarbeiten, riskieren durch die Unterstellung mangelnder elterlicher Verantwortung den Entzug des Sorgerechts. Auch das Kind wird in den Verhandlungen (mehrfach) angehört.

Siehe auch hierzu einen Beitrag vom SWR

Siehe auch Arbeitskreis-Trennung-Scheidung [externer Link].