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Buch: «Du bist mein Kind»  [Jürgen Rudolph]

Viele der heute Erwachsenen haben in ihrer Kindheit selbst erfahren müssen, wie schmerzhaft die Trennung der Eltern für ein Kind ist. Nicht alle haben jedoch daraus gelernt. Besonders wenn die Eltern vor Gericht schmutzige Wäsche waschen, das Sorgerecht benutzen, um den Ex-Partner zu erpressen oder versuchen, die Kinder zu ihren Verbündeten zu machen. Kinder haben in einem Scheidungsfall meist kein Mitspracherecht und so sind sie es, die unter dem Streit der Eltern zu leiden haben. In sogenannten "hochstrittigen Fällen", in denen eine Einigung der Partner aussichtslos scheint, stehen Gerichte und Sachverständige der Situation meist hilflos gegenüber - es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die verschiedenen Institutionen gegenseitig behindern - und begnügen sich damit, die Kinder in ihren Entscheidungen aus der Schusslinie zu nehmen - mit langfristigen Folgen für das Kind.

Nicht selten wird der Kontakt zu einem Elternteil abgebrochen und die Scheidung der Eltern wird zu einem traumatischen Erlebnis für das Kind. Gerade in Zeiten, in denen die unterschiedlichsten Familienmodelle an Akzeptanz gewinnen, und Paare nicht mehr lebenslang zusammenbleiben, muss auch das Familienrecht diesen Entwicklungen angepasst werden. Eine menschlichere Form des Familienrechts präsentiert dieses Buch.

Der Autor Jürgen Rudolph war Familienrichter in Cochem-Zell und war maßgeblich an der Entstehung des Verfahrens beteiligt. Am Beispiel von Sven, Aubrey und dem Geschwisterpaar Alina und Kevin zeigt er, dass es möglich ist, in scheinbar aussichtslosen Situationen Lösungen zu finden, die dem Kinds- und letztendlich auch dem Elternwohl dienen. Ein Katalog von fünfzig häufig gestellten Fragen hilft dem Leser, sich in der Fachsprache zurechtzufinden. Und schließlich: Fernab aller juristischen Fragen hat der Autor zwanzig Bitten der Kinder an ihre Eltern zusammengestellt, denn eines darf man bei dem Thema nie aus den Augen verlieren - es geht um die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, Kinder.

«Du bist mein Kind» ist ein wichtiger Beitrag zu einer Diskussion, die sich erst in ihren Anfängen befindet.