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ZEIT ONLINE  [Beitrag von Elisabeth Niejahr, 28.01.2010]

Gerade erst hat sich die Familienministerin Kristina Köhler öffentlich über das angeblich steigende Engagement junger Väter bei der Kindererziehung gefreut – da muss sie schon bei einem ihrer ersten öffentlichen Auftritte eine Studie vorstellen, die ein ernüchterndes Ergebnis zum väterlichen Erziehungsbeitrag enthält. Oma ist wichtiger als Papa – so lässt sich eines der Ergebnisse der groß angelegten Untersuchung der Berliner Sozialwissenschaftler Hans Bertram und Katharina Spieß zusammenfassen.

Wenn es beispielsweise wegen Krankheiten Engpässe bei der Kinderbetreuung gibt, sagen sowohl Mütter wie auch Väter, dass sie sich eher auf die Großeltern als auf den Partner verlassen. Oma ist wichtiger, Opa immerhin genauso wichtig wie der Partner oder die Freunde, so das Ergebnis des "Ravensburger Elternsurvey", für den je 1000 Väter und Mütter mit mindestens einem Kind befragt wurden.

"Durch die vorschnelle Gleichsetzung von Haushalt und Familie wird die große Bedeutung der Großeltern für die Entwicklung von Kindern in unserer Gesellschaft nicht nur vernachlässigt, sondern vermutlich weit unterschätzt." Kinder würden in Deutschland nach wie vor im Wesentlichen in der Familie erzogen, schreiben Spieß und Bertram, "aber Familie umfasst eben nicht nur Vater und Mutter". Die Bedeutung der Großeltern sei in den vergangenen zehn Jahren gestiegen.