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  24.04.2011

Großeltern leiden unter Enkelverbot
Neues Angebot in Varel

VAREL - Seit wenigen Tagen neu unter dem Dach der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) des Paritätischen Friesland ist der Gesprächskreis «Umgangsverbot von Familienangehörigen». "Hinter der eher trocken verhaltenen Bezeichnung der neuen Selbsthilfegruppe verbergen sich wahre Tragödien von Großmüttern und Großvätern, die auf Grund von ohnehin belastenden Familienzwistigkeiten ihre Enkelkinder nicht mehr sehen, geschweige denn ihnen begegnen dürfen", so KISS.

Der Gesprächskreis wendet sich an Männer und Frauen der Großelterngeneration, die unter den von engsten Angehörigen ausgesprochenen Kontaktverboten zu ihren Enkeln leiden. Er ist jedoch darüber hinaus für alle Menschen offen, die nahestehende Menschen aus der eigenen Familie nicht mehr sehen dürfen.

Ein betroffenes Großelternpaar hatte die Gründung des Gesprächskreises angeregt, der künftig regelmäßig in den Räumen des Paritätischen Friesland in Varel-Langendamm, Zum Jadebusen 12, stattfinden wird.

Während der Treffen, das nächste ist am Dienstag, 3. Mai um 18 Uhr, haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich in vertrauensvoller Atmosphäre auszutauschen, von eigenen Erfahrungen zu berichten, aber auch gemeinsame Ziele abzustecken.

Während des ersten Treffens wurde bei aller Diskussionsfreude über das Thema deutlich, wie groß anfangs die Hemmschwelle bei dem Thema "Enkelverbot für Oma und Opa" ist, sich anderen zu öffnen. Sobald jedoch Vertrauen hergestellt ist, tut es den Betroffenen gut festzustellen, "mit meinem Problem bin ich nicht alleine".

Aus der ersten Kennenlernrunde ging hervor: In scheinbar aussichtslosen Fällen von Beziehungsabbrüchen gilt es für viele als letzten Ausweg nach erfolglosen Gesprächsversuchen, juristischen Beistand einzufordern. Darüber hinaus könnten sich die betroffenen Großeltern vorstellen, gemeinsam verstärkt die politischen Gremien bis hin zur Bundesregierung für ihr Anliegen initiativ anzusprechen und die Problematik damit mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Wer Interesse an dem Vareler Gesprächskreis hat, kann sich an die KISS wenden unter Tel. 04451/914646 oder per E-Mail unter kiss-friesland@paritaetischer.de .