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Kampf ums Kind, Misstände am Familiengericht
[Beitrag vom 17.02.2015]


Gerichtlich bestellte Gutachter können Familien zerstören. Leidtragende sind Mütter und Väter, die den Kontakt zu ihren Kindern verlieren - und natürlich die Kinder selbst. Offenbar liegt der Fehler im System.
Kinder haben ein Recht auf beide Eltern. Das verlieren Paare nach einer Trennung oft aus den Augen, wenn sie sich vor Gericht ums Kind streiten. Familienrichter sind mit solchen Kämpfen häufig überfordert. Zumal es Menschen gibt, die ein Interesse daran haben, dass die Prozesse lang und teuer werden.

Wir haben Sehnsucht nach dem Kinderlachen.
[Beitrag vom 02.04.2015]

"Wir haben Sehnsucht nach dem Kinderlachen, dass wir vor 4 Jahren zum letzten mal gehört haben". Das sagen Hilde und Manfred Fischer. Die beiden leben in einem kleinen Ort im Donnersbergkreis und sie dürfen ihren Enkel nicht mehr sehen.
Der Schwiegersohn hat schriftlich den Kontakt abgebrochen nachdem seine Frau gestorben war.


Interview mit einer betroffenen Familie
[Beitrag vom 14.11.2014]

Es ist ein nervenaufreibender Kampf um das geliebte Enkelkind. Eine Familie schildert den Gang durch die Instanzen. Was bleibt sind Leid, Schmerz und Trauer.


Gründung der Selbsthilfegruppe «Verlassene Großeltern Kaiserslautern»
[Beitrag vom 10.11.2014]

Die "KISS Mainz" (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes) wird die Gründung einer Selbsthilfegruppe "Verlassene Großeltern" unterstützen.
Wenn der Kontakt zu den Enkeln abbricht - dieses Thema ist noch sehr tabuisiert. So ist es Betroffenen oft unangenahm darüber zu reden und sie fühlen sich völlig allein gelassen.
In der Selbsthilfegruppe können sich Betroffene gleichberechtigt untereinander beraten und austauschen, sich helfen und gegenseitig unterstützen. Die Teilnahme an der Gruppe ist kostenlos.

Wenn Kinder radikal jede Brücke abbrechen
[Beitrag vom 05.02.2014]

Sie verstehen die Welt nicht mehr: Eltern, deren erwachsene Kinder den Kontakt zu ihnen abgebrochen haben. "Dabei war bei uns doch alles in Ordnung", sagen sie. Und sie alle zermürbt die gleiche Frage: Warum? Nina Magoley hat sich auf Spurensuche begeben.

Der Kölner Psychologe Stefan Potting betreut in seiner Praxis gleich mehrere Erwachsene, die den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen haben. Die Gründe dafür müssen nicht unbedingt zusammenhängen mit Streit oder häuslicher Gewalt. Sie sind viel subtiler:

"Bei den Eltern, die ihre Kinder nicht lassen können, ist es ja so, dass sie ganz oft eine eigene Vorstellung davon haben, wie die Entwicklung ihrer Kinder sein soll, was man ihnen mit auf den Weg geben möchte. Wenn aber bei den Interaktionen zwischen Eltern und Kindern nur die eigene innere Vorstellung der Eltern gilt, dann kommt es zu Überfürsorge, oder zum Ersticken." Dahinter steckt häufig ein unbewusster Narzissmus der Eltern, sagt Potting: "Mein Kind ist im Grunde das Spiegelbild meiner selbst und soll auch zu dem Spiegelbild meiner Selbst werden."

Sich frei machen

Sich davon zu befreien bedeutet für Betroffene gleichzeitig große Erleichterung und schwere Schuldgefühle. Der Psychologe erklärt: "Mit den Eltern keinen Kontakt mehr zu haben, findet nur unter großen Schmerzen statt. Das sind viele Stunden, Tage und Nächte, Monate ins Land gegangen, bis man zu dieser Entscheidung gekommen ist. Auch wenn es nach außen nicht so aussieht, haben die Kinder ja innerlich eine Bindung an die Eltern, die sie einseitig auflösen." Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem ein Kind das nicht mehr mitmachen möchte.

Kein Bewusstsein für Fehler

Die Eltern wollen oft nicht wahrhaben oder akzeptieren, dass aus ihren Kindern selbstständig entscheidende Erwachsene geworden sind. Und es fehlt ein Bewusstsein für das eigene Fehlverhalten. "Diese innere Haltung von das können wir eigentlich gar nicht gewesen sein, damit haben wir auch gar nichts zu tun, das ist so unerklärbar, wir haben eigentlich gar keine Fehler gemacht – das ist ein ganz klassisches Verleugnungsphänomen. Und dieses Verleugnungsphänomen ist die Garantie dafür, dass eine Reparatur einer solchen Beziehung nicht mehr möglich ist." Eltern, die bei sich selbst keinerlei Fehler sehen, macht Potting wenig Hoffnung auf einen versöhnlichen Ausgang.

Rückzug aus heiterem Himmel

Doch auch sie leiden, die Eltern. In Selbsthilfegruppen schließen sie sich zusammen, tauschen sich aus, reden über den Schmerz, die Kinder "verloren" zu haben. Eine Mutter berichtet von ihrem homosexuellen Sohn. "Er kam mit 16 zu uns, sagte Mama ich bin schwul, ich steh' auf Männer. Im ersten Moment, ist man als Mutter überrascht. Aber ich hab ihm signalisiert: wenn das dein Leben ist und Du damit klarkommst, ich respektiere das und ich stehe Dir auch zur Seite. Das hat jahrelang funktioniert." Und dann plötzlich nicht mehr. Für die Eltern kommt die Entscheidung der Kinder, sich zurückzuziehen, meistens überraschend, buchstäblich aus heiterem Himmel.

Schmerzen der Eltern

Manche Eltern haben seit Jahren nichts mehr von ihren Kindern gehört. Und dann kommt auch bei ihnen der Punkt, an dem sie die Realität akzeptieren, Abschied nehmen. Es ist reiner Selbstschutz. "Ich habe alle Bilder verbannt, alle Auftritte im Computer gelöscht, habe unsere gemeinschaftlichen Urlaubsbilder, die ich im PC hatte, alle gelöscht. Ich kann’s nicht anschauen. Für mich war das die einzige Möglichkeit, alles radikal zu löschen. Meine Strategie: Gefühle einmauern. – Mit geht’s im Moment besser, wenn ich einfach zumache und mein Herz in Eisen einschließe. Das bricht dann zwar zwischendurch mal auf, dann muss ich auch mal tüchtig weinen, aber dann geht das auch wieder."

Umgangsrecht für die Oma
[Beitrag vom 13.04.2010]

Marianne ist eine glückliche Oma. Häufig verbringt sie die Wochenenden gemeinsam mit ihrem Enkelkind. Doch dann ist das vorbei, als ihr Sohn sich von seiner Frau trennt. Der Kontakt zu ihrem Enkelkind wird von jetzt an immer schwieriger, bis er vollkommen abbricht.
Marianne versteht die Welt nicht mehr. Erst fühlt sie sich ohnmächtig. Was soll sie tun? Aber sie gibt nicht auf, sie ringt um Kontakt zu ihrem Enkelkind und zieht vor Gericht, sucht Hilfe und auch Gleichgesinnte. Eine Geschichte, die viele Großeltern betreffen wird.

Verlassene Eltern / Wenn Kinder den Kontakt abbrechen
[Beitrag vom 15.09.2013]


Verlassene Eltern haben mittlerweile in vielen Städten Selbsthilfegruppen gegründet und gehen mit ihrem Problem auch an die Öffentlichkeit. In der Sendung erzählen Betroffene ihre Geschichte und forschen nach den Ursachen für den schmerzhaften Bruch.


Braunschweiger Selbsthilfegruppe «Großeltern pro Enkel»


Wenn Eltern sich trennen, sind die Kinder oft diejenigen, die am meisten darunter leiden. Dabei wird häufig vergessen, dass die Kinder nicht nur von einem Elternteil, sondern auch von ihren Großeltern getrennt werden. Denen wird dann oft der Umgang mit ihren Enkeln verweigert.

Für das Recht, auch weiterhin Kontakt zu ihren Enkelkindern zu haben, kämpft die Selbsthilfegruppe "Großeltern pro Enkel" in Braunschweig. Christina Westing stellt sie Ihnen vor.

PAS [Parental Alienation Syndrome, zu deutsch: Eltern-Kind-Entfremdung]
Interview mit Familienrichter a.D. Hans-Christian Prestien


Hans-Christian Prestien (*1944) war am Amtsgericht Bielefeld von 1977 bis 1981 Familienrichter "der ersten Stunde" und von 1982 bis 1983 Vorsitzender eines Jugendschöffengerichts sowie Jugendrichter.
1980 verfasste er den Vorlagebeschluss an das Bundesverfassungsgericht zur gemeinsamen elterlichen Sorge, 1982 fungierte er im entsprechenden Verfahren als Sachverständiger für den Deutschen Kinderschutzbund. Von 1983 bis 1993 war er als Rechtsanwalt in Leopoldshöhe bei Bielefeld insbesondere im Bereich Kindschaftsrecht sowie als Referent in Fortbildungen für Jugendämter und Beratungsstellen tätig. In der Zeit von 1993 bis 2009 arbeitete Hans-Christian Prestien erneut als Familienrichter in Brandenburg an der Havel Zweigstelle Belzig, Rathenow und Potsdam. Hauptvertreter des so genannten Cochemer Modells.

Im Interesse einer psychologisch und pädagogisch an den jeweiligen Kindesbedürfnissen ausgerichteten Arbeitsweise der Mitarbeiter in Justiz und Jugendämtern hat Hans-Christian Prestien Ende der siebziger/Anfang der achtziger Jahre zusammen mit Wissenschaftlern aus den Bereichen Psychologie und Pädagogik sowie Praktikern eine interdisziplinäre, unabhängige "Anwaltschaft des Kindes" konzipiert. Zu deren Realisierung hat er zusammen mit dem Dipl.-Psychologen Prof. Dr. Wolfgang Klenner und anderen Fachleuten 1983 den Verband Anwalt des Kindes gegründet.

Hans-Christian Prestien war als streitbarer Familienrichter und in diesem Bereich unbeugsamer Verfechter für die Rechte der Kinder auf die Pflege und Erziehung durch die Eltern bekannt. Er ist Ehrenvorsitzender des Verbandes Anwalt des Kindes (externer Link).

[Quelle: WikiMANNia]

Umgang für Großeltern
[Beitrag vom 01.11.2012]


Interview mit Hans-Christian Prestien, Familienrichter a.D.:  Eltern geschieden - Enkel weg

Kontakt unerwünscht [Wenn Großeltern ausgeschlossen werden]
[Beitrag vom 30.05.2010]