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Was ist eine Selbsthilfegruppe?

Freiwilligkeit In Selbsthilfegruppen schließen sich Menschen mit einem gemeinsamen Thema aus eigener Initiative zusammen.

Selbstbetroffenheit Grundgedanke ist, dass sich Personen zusammenschließen, die von Krankheiten, Lebensproblemen oder Konfliktsituationen selbst betroffen sind. Sie sind Experten in eigener Sache.

Selbstbestimmung Innerhalb der Selbsthilfegruppe bestimmen die TeilnehmerInnen selbst, was und wieviel sie von sich in die Gruppe einbringen. Jede Gruppe bestimmt als Gemeinschaft für sich, wie sie die Gruppenarbeit gestalten will.

Gleichberechtigung - gleiche Verantwortung Die Gruppenteilnehmerinnen sind gleichberechtigt und versuchen, Abhängigkeiten zu vermeiden bzw. abzubauen. Dies kann zum Beispiel dadurch gefördert werden, dass anfallende Aufgaben abwechselnd von verschiedenen TeilnehmerInnen wahrgenommen werden. Jedes Gruppenmitglied trägt Verantwortung für das, was in der Gruppe geschieht.

Gruppengröße Die Mitglieder bestimmen selbst, wie groß die Gruppe werden soll und aus welchem Personenkreis sie sich zusammensetzt. Gruppen, die hauptsächlich in persönlichen Gesprächen ihre Probleme und Konflikte bearbeiten wollen, sollten nicht mehr als sechs bis zwölf Personen umfassen. Weitere Interessierte können eine neue, eigenständige Gruppe bilden.

Regelmäßigkeit, Kontinuität Die Gruppe sollte sich regelmäßig, mindestens ein- bis zweimal im Monat treffen. Dies ist besonders in der Anfangsphase wichtig, damit sich ein Vertrauensverhältnis entwickeln kann. Hierfür ist ebenfalls wichtig, dass die TeilnehmerInnen regelmäßig zu den Treffen kommen und die Zusammensetzung der Gruppe nicht ständig wechselt.

Verschwiegenheit Alles, was in der Gruppe besprochen wird, muss auch in der Gruppe bleiben und darf nicht nach außen getragen werden.


Welchen Sinn hat eine Selbsthilfegruppe?

Kontakte Selbsthilfegruppen fördern soziale Kontakte und geben Orientierung und neuen Halt.

Gegenseitige Unterstützung Der Erfahrungsaustausch untereinander kann eine große Hilfe sein. Offene Gespräche mit Gleichbetroffenen entlasten und zeigen neue Wege auf.

Selbstbewusstsein Die Gemeinschaft mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen fördert das Selbstbewusstsein.

Aufklärung und Information Betroffene sind Experten in eigener Sache. Das gemeinsame Erfahrungswissen trägt dazu bei, Behandlungsangebote gezielter und oft auch kritischer zu nutzen.

Interessenvertretung Selbsthilfegruppen können die Interessen der Betroffenen in der Öffentlichkeit vertreten. Sie stärken so die Rechte von Patienten und Verbrauchern.


Was kann eine Selbsthilfegruppe nicht leisten?

Kein Behandlungsersatz Selbsthilfegruppen sind eine sinnvolle Ergänzung zu ärztlicher oder therapeutischer Behandlung. Selbsthilfegruppen sind kein Behandlungsersatz.

Kein Ersatz
professioneller Leistungen
Selbsthilfegruppen vertreten die Interessen Betroffener und entscheiden unabhängig über ihre Aktivitäten. Sie können und wollen keine professionellen Leistungen im Gesundheits- und Sozialbereich einsparen oder ersetzen.

Kostenlosigkeit Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sollte kostenlos sein. Wenn doch geringe Kosten entstehen (z.B. für Räume, Porto, Telefon), werden sie von der Gruppe gemeinsam getragen.

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